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DAS GEHEIMNIS DES GOLDENEN SCHREINS (Code 171) – Rou gui

Geheimnis des goldenen Schreinsweitere InformationenAm kaiserlichen Hof lebte einst Chan, der älteste Sohn des Herrschers. Seit seiner Kindheit war er von Luxus und Wohlstand umgeben. In seinen Augen war jedoch der Garten wenig blühend, das Geschirr wenig glänzend und der Schmuck nichtig. In ihm brannte ein Feuer, da er sich am meisten sehnte, die schönste Sache der Welt zu gewinnen, in deren Glanz alles andere nur ein Schmutzstreifen und ein Schatten wäre.

Kaum erwachsen, ignorierte er die erhobenen Hände und Bitten seiner Eltern und stellte sich an die Spitze einer Expedition, die sich das hochmütige Ziel setzte, den größten Schatz der Welt zu erobern. Er wählte ihm ähnliche, jugendliche Abenteurer, die von der Vision des ewigen Ruhms und dem großen Geld angelockt wurden.

Sie fuhren kreuz und quer durch alle Länder und hörten die Geschichten von einem Diamanten so groß wie ein Berg großen Diamant, und da stand ihnen das goldene Vlies vor Augen. Schließlich übertrumpften die Geschichten über den goldenen Gral jedoch alles. Ungeachtet der Wüsten, Schluchten und hohen Gebirge stürmten sie nach Westen, um diesen größten aller Schätze zu erobern. Die abgekämpften Pferde verweigerten den Gehorsam, die Männer murrten und viele von ihnen fielen erschöpft um und standen nicht wieder auf. Chan beachtete es nicht und stürmte weiter in die Ferne.

Eines Morgens erwachte er mit grausamen Kopfschmerzen. An der Schläfe hatte er eine blutende Wunde wie nach einem Steinschlag. Alle Männer, Pferde, sowie der Beutel mit dem restlichen Geld waren weg. Und Chan verließ damit auch die Sehnsucht, die größte Pracht der Welt für sich selbst zu erobern. Er fühlte sich schlecht, und plötzlich würde er die Rückkehr in sein so weit entferntes Zuhause gegen alle Schätze der Welt eintauschen. Sie fanden jedoch keinen fliegenden Teppich, keinen unsterblichen Esel oder keine Zauberrute.

Chan lag allein und verlassen im Sterben, als er entfernt leise, rasche Schritte hörte. Er rief mit letzter Kraft und ein Wandermönch kam zu ihm. In seinen Augen spiegelte sich die Weisheit der Jahre und im Antlitz die Morgenfrische. Er gab Chan zu trinken und kochte ihm einen starken Kräuterextrakt. Er blieb einige Tage bei ihm, bis er halbwegs genesen war. Zum Abschied schenkte der Mönch Chan einen Kräutervorrat und gab ihm einen letzten Rat: „Suche nicht nach den Schätzen der Welt – den größten Schatz trägst du in deinem Herzen. Und dort, wo dein Herz ist, ist auch dein Zuhause.“

Chan nahm die Kräuter ein und reifte. Obwohl der Weg nach Hause lang war, wurde er Tag für Tag stärker. Und nach der Rückkehr erkannten ihn seine Eltern kaum wieder. Nicht nur aufgrund seines männlichen und wettergebräuntes Aussehens, sondern vor allem aufgrund dessen, welche Weisheiten der Welt ihnen ihr ungezogener Sohn erzählte.

Und als die Zeit kam, bestieg Chan den Thron – und er herrschte lange und gerecht.

 


 

Aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin erwärmt Rou gui (Cinnamomi cassiae cortex) Nieren, Milz und Herz, wodurch mangelndes YANG verstärkt wird. Ferner ergänzt es Qi Energie und Blut. Dieses Kraut ist z. B. Bestandteil der Kräutermischung Geheimnis des goldenen Schreins (Code 171) oder in Wonne inmitten der Nacht (172).

Aus Sicht der modernen Medizin, wird es bei der Therapie der Harnbeschwerden, der Nierenentzündung oder bei verminderter Funktion der Schilddrüse genutzt.

Nähere Informationen über die traditionelle chinesische Medizin entnehmen Sie den Büchern Auf der Welle der chinesischen Medizin (2002) a Von der Quelle der chinesischen Medizin (2007).

MUDr. Petr Hoffmann